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Doppelkindergarten, Minergie-P

Energiebewusst von Kindesbeinen an, Baujahr 2010

Bericht der Architekten

Doppelkindergarten Unterdorf

Verantwortungsvoll für die nächste Generation bauen. Nachhaltigkeit kann kinderleicht sein. Wo könnte man den Kleinsten eine bessere Möglichkeit geben, das gesunde Raumklima eines Minergie-P Gebäudes zu geniessen, als im Kindergarten in Grabs? Klare Linien empfangen die jungen Besucher des Kindergartens Unterdorf in Grabs. Durch die Reduktion in Form und Materialisierung fügt sich der Bau sensibel in das Quartier ein, ohne mit dem markanten Altbestand zu konkurrieren. Die unbehandelte, horizontal gerichtete Rhomboid-Holzschalung unterstreicht die Gradlinigkeit des Bauwerks und bietet zudem eine wirtschaftlich attraktive Fassadengestaltung. Die wohl überlegten Lochfenster versinken mit warm überkämmten Rahmen tief in der Gebäudeflucht, die Schalung fliesst bis in die Laibungen und Stürze und schaft Durchgängigkeit im Fassadenbild. Die Westfassade ist grosszügig verglast und beschert den Hauptaufenthaltsräumen reichlich Tageslicht.

Minergie-P-Anforderungen

Minergie P-Anforderungen

Ost-West ausgerichteter Grundriss

Der rechteckige, zweigeschossige Holzelementbau ist auf einer Grundfläche von ca. 20 x 14 m äusserst wirtschaftlich und klar strukturiert. Er steht parallel zur öffentlichen Strasse, damit  war die Ost-Westorientierung gegeben. Man betritt das Gebäude über den Eingang auf der Nord- oder Südseite. Von beiden Seiten kommend landet man im Erschliessungsgang entlang der Ostfassade, der hell im Morgenlicht glänzt. Mittig öffnet sich der Korridor zu einem innenliegenden Sanitär- und Erschliessungskern mit Treppe ins Obergeschoss. An der Westfassade liegen die beiden Gruppenräume, das Herz des Kindergartens. Neben der Abendsonne aus Westen profitieren die Nutzer von Belichtung aus Norden bzw. Süden. Hier betritt man auch den Garten, der die Kinder zum Spielen einlädt.
Das Obergeschoss springt an Ost- und Südfassade aus der Gebäudeflucht zurück und schafft so einen angenehmen Ausblick. Der Aussenbereich ist dem abtretbaren Gruppenraum vorgelagert, dem grössten Raum des Obergeschosses. Ein Büro mit Teeküche bietet Rückzugsmöglichkeit für die Mitarbeitenden. Da es keinen Keller gibt, wurde in diesem Geschoss ein fast 18 m² grosser Technikraum untergebracht.

Extensive Dachbegrünung

Um die für den Neubau benötigte Grünfläche zu kompensieren wurde mit dem Aushub auf den Dächern eine 8 cm dicke extensive Begrünung angelegt, welche sich zu einer mannigfaltigen Magerwiese entwickelt hat. Zudem wirkt sie als zusätzliche Dämmung, als Retention bei Niederschlag und als natürliche Kühlung bei Sonnenschein durch Verdunstung.

Auf Holz gebaut

Der zweigeschossige Holzelementbau mit Schwellen- und Ständerkonstruktion ruht auf massivem Fundamenten. Die Ständer sind mit 20 cm ausgedämmt, zusätzlich gibt es eine aussen angebrachte, atmungsaktive, 6 cm starke Holzfaserdämmplatte. Innen erhielten die Gipskartonplatten Glasfasertapeten, die bei Bewegungen des Holzbaus mitarbeiten. Fusswarm, pflegeleicht und strapazierfähig bieten die durchgängig verlegten Marmoleumbodenbeläge angenehme Spieloberflächen für die Kinder- eine nachhaltige Lösung der Bodenbeläge.

Minergie- P in Kinderschuhen

Die Bauherrschaft entschied sich für den fortschrittlichen Minergie-P Standard. Mit einem Mehraufwand von gerade einmal CHF 30’000 konnte dieses vorbildliche Ergebnis umgesetzt werden. Mit der rund 5 kWp starken Photovoltaik-Anlage wird ca. 70 % des Eigenbedarfs an elektrischer Energie abgedeckt. Beheizt wird der Kindergarten mittels Fernwärme von der KVA Buchs.

Der Bau ist einfach und schlicht, doch gerade das ist seine grosse Stärke.

Architektur: www.atm3.ch